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Editorial April 2015

Done & dusted: Räucherkammer zu, Wasserturm auf. Peng! Damit können wir uns nach bald fünf Jahren Daueralarm und Endlos-Baustelle (Kennen Sie das Konzept des Möbiusbandes? Oder haben Sie schon einmal Und täglich grüßt das Murmeltier gesehen?) allmählich wieder auf das konzentrieren, worum es uns eigentlich geht: Was war das noch gleich? Ah. Genau. Kultur. Vielseitigkeit. Einspruch. Die eine, objektive Wahrheit. Das Beharren auf universellen Werten. Und all der andere Kram, den man zwischen der totalen Warenförmigkeit der Welt und Chiffren von Freiheit so anzetteln kann; die Älteren kennen das noch vom Soziologiestudium, bevor es zur Marktforschung wurde. Und ja, eine Party feiern wir auch. Oft und gerne. Ganz Harald Juhnkes Definition von Glück folgend: „Keine Termine und leicht einen sitzen.
So sieht es aus.

Inhaltlich standen wir ohnehin schon immer genau dazwischen, zwischen Juhnke einerseits, den zynisch-abgefuckten Texten der Sleaford Mods und den rosigen Friedensbotschaften von Groundation andererseits. Um mal drei Positionen zu nennen, die auch auf unserem Plenum vertreten sind – und zwei Bands, die im April bei uns spielen.

Wo wir gerade bei Künstlern sind, die diesen Monat bei uns auftreten: Nicht zuletzt möchten wir in diesem Zuge auf die Abstürzenden Brieftauben hinweisen, mit denen wir immer noch bedenkenlos Duschen gehen würden. Auf die sicherlich extravagante Lesung von unserem Kumpel Manuel Möglich (Du gewinnst niemals beim Risiko, old chap!). Und auf die Postrock/Post-Hardcore Show von und mit Landscapes und Tidal Sleep. Letztere sind eventuell die beste deutsche Band dieses Genres zur Stunde.

Last not least
sei nachdrücklich allen die großartige Hate Poetry Veranstaltung am 09. April ans Herz gelegt. Statt sich über rassistische Leserbriefe aufzuregen oder gar davon ins Bockshorn jagen zu lassen, werden die besten und hasshaltigsten von ihren Empfängern, der Publizistin Mely Kiyak, dem taz-Redakteur Deniz Yüzel und Zeit-Redakteur Yassin Musharbash vorgelesen und vorgeführt. Ausgedacht hat sich das Ganze die freie Journalistin Ebru Tasdemir, es moderiert wiederum taz-Redakteurin Doris Akrap, Und das gesunde deutsche Volksempfinden feiert mal wieder fröhlich Urstände. Selten lagen Schock und Spaß so dicht beieinander wie hier. Typisch Schlachthof auch, wenn man so will. Naja, fun ist ein Stahlbad. Wusste auch schon Ernst Jünger. Kleiner Spaß. Ist ja von Adorno.

Merken Sie was?! Genau!

Wird auch nicht jünger: Das Schlachthof Team

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