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Editorial April 2014

Liebe Gäste,

Nach Folklore ist vor Folklore.

Nach langem Beratschlagen, Radschlagen, gefühlten 500 verschiedenen Kalkulationen und mehr durchgespielten Szenarien als Real Tore gegen Schalke 04 schießen kann, steht unser Plan: Um das Folklore Festival in gewohnter Qualität – bei Erfüllung der Auflagen und mit einem Budget für starke Bookings – aufzustellen, kommen wir um eine Erhöhung des Eintrittspreises nicht herum. Wir haben uns für diesen Schritt entschieden und gegen eine radikale Sparvariante – damit Folklore noch besser wird. Und nicht zum Schatten seiner selbst.

BEVOR es 2015 so kommt, machen wir eine allerdings eine Ehrenrunde: Folklore 014 wird ein Übergangsfestival. Open Air, bei komplett freiem Eintritt. Dafür gibt es nur eine Bühne und ein etwas schmaleres Konzert-, Platz- und DJ-Programm. Zudem findet das Festival nur noch zweitägig, nämlich freitags und samstags statt – das sonntägliche Kinderprogramm wandert auf den Samstag. Ergänzt wird das Open Air Programm um Lesungen, Konzerte und Partys in den anliegenden Gebäuden, teils gegen kleines Entgelt, teils ebenfalls für lau. Irgendwie also typisch Folklore – jedes Jahr bleibt anders und auch wir sind gespannt, was die Zukunft bringt. „Now that's the way, uh-huh, uh-huh, we like it“, um es mit KC & The Sunshine Band und Herbert Grönemeyer gleichzeitig zu sagen.

Am 29. und 30. August steigt die Sause. Die ersten Bands werden in Bälde verkündet.

Nach Ostern ist vor Ostern

Und jährlich grüßt das Murmeltier – das in diesem Fall auf den Namen Hessisches Feiertagsgesetz hört. Wie gehabt sind und bleiben von Gründonnerstag bis Ostersamstag um Mitternacht zahlreiche öffentliche Veranstaltungen verboten, nicht zuletzt jene, bei denen geargwöhnt wird, es könne getanzt oder gar Sport getrieben werden.

So wird weiterhin sichergestellt, dass jede/r in der von der Politik und Kirche gewünschten Weise die christlichen Feiertage begeht. Die Trennung von Staat und Kirche, ehernes Prinzip des aufgeklärten und säkularen Rechtsstaates, der Religion als Privatsache definiert, haben wir an dieser Stelle schon oft genug angemahnt – und werden nicht müde, es auch weiterhin zu tun. Und zwar solange dieser Anachronismus aufrecht erhalten wird; schlimmer noch, in den letzten Jahren erst wieder richtig in Mode gekommen zu sein scheint. Das darf man für einen religiösen Rollback erster Ordnung und groben Unfug halten. Kann man ja gleich damit anfangen, Kreationismus neben Evolutionsbiologie auf die Lehrpläne zu schreiben. Mal schau’n, wie es weitergeht. Im aktuellen Koalitionsvertrag steht es zumindest als Thema zur Prüfung. Papier ist allerdings geduldig. Schalten Sie also auch nächstes Jahr wieder ein, wenn es heißt: Zurück zum Start. Und das hat wohlgemerkt nichts damit zu tun, dass man natürlich auch mal eine kleine Veranstaltungspause einlegen kann.

So oder so. Frohe Ostern und schöne Auferstehung wünschen:

Eure Ostereier-Zähler vom Schlachthof

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