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Editorial Februar 2014

Liebes Publikum,

man muss nicht immer gleich seinen Adorno zitieren, um zu wissen, dass das mit dem richtigen Leben im Falschen so ein Ding ist. Schon gar nicht bei einer vergleichsweise lapidaren Angelegenheit, die uns zunächst wie ein Schildbürgerstreich vorkam. Anyway. Wir leben in einer Stadt, in der schon mal vergessen wird, einen Oberbürgermeister-Kandidaten fristgerecht anzumelden und auch ansonsten kommt man ja schon lange aus dem Staunen nicht heraus, heute, da wir diese Zeilen schreiben, Hashtag Dangerzone zum Beispiel. Doch wollen für den Moment nicht nach Hamburg oder anderswo hin schweifen, sondern müssen ein paar Worte zum Hessischen Feiertagsgesetz und der Hessischen Sperrzeitverordnung verlieren, die uns zuletzt doch arg beschäftigt haben und zu manch praecox beendeter oder hurtig verlegten Veranstaltung führten. Beide Vorschriften haben wir in den letzten Wochen eifrig mit hochoffiziellen Stellen debattiert. Vor allen Dingen, wie diese beiden teils widersprüchlichen Normen zur Anwendung zu bringen sind. Schien es zunächst so zu sein, dass ersteres Gesetz, ein teils arg staubig’ Ding aus den frühen 70ern, die primäre Geltung habe (mit Bonbons wie dem, dass Silvesterpartys, wie auch samstägliche Tanzveranstaltungen um generell 03:59 Uhr beendet werden müssen), kristallisiert sich nun heraus, dass die lokalen Behörden in der Regel die Hessische Sperrzeitverordnung zu Rate ziehen. Das bedeutet: Ab 05:00 Uhr Veranstaltungsende, Freitags wie Samstags. Jede darüber hinausgehende Veranstaltung muss extra beantragt werden, wie es z.B. die Organisatoren der Winterworld erfolgreich getan haben.

Das Feiertagsgesetz wiederum wird vorallem an den stillen/hohen Feiertagen zur Geltung gebracht, Karfreitag, Ostersamstag, Totensonntag sowie Volkstrauertag unterliegen strengen Tanz- und Veranstaltungsverboten. Wir sind nach wie vor im Gespräch darüber, was nun an diesen Tagen erlaubt werden kann, und welche Regelungen z.B. an den anderen, ebenfalls speziell geschützten Osterfeiertagen gilt. Sinn und Zweck dieser Vorschriften kann man kontrovers diskutieren, ihre Anwendung ebenso, das ist auch eine politische Frage. Wir bleiben am Ball, doch das ist sicher keine kurzfristige Debatte. Dennoch sind wir durchaus froh darüber, in einem rapide eskalierenden Zank mit den lokalen Ordnungsbehörden einen pragmatischen Weg gefunden zu haben, der den Interessen aller Seiten angesichts der bestehenden Gesetze gerecht wird.

We keep you posted.

Team Schlachthof



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