Aktuelles / News

Editorial Juni 2014

„Bienen am Fenster, die sagen Hallo / Bienen am Fenster, machen mich froh…“ (Andreas Dorau)

Tolle Nachrichten! Wir konnten das Schlachthof-Team um circa 80.000 emsige Bienen erweitern. Das passt zu unserem herzerweichenden Größenwahn. Jetzt können wir endlich zu Recht sagen, dass wir ein ganzes Volk sind. Genauer gesagt sind wir zwei Völker. Plus ein paar Menschen.

Auf dem Dach der alten Halle haben wir unseren neuen Freunden und Freundinnen einen Bienenstock hingestellt. Und kaum, dass sie Ende März angekommen waren, haben sie begonnen, die Gegend nach Blüten abzusuchen. Ihr Stadtkinder wisst es möglicherweise nicht, aber Honig kommt gar nicht aus der Fabrik, sondern wird von Bienen hergestellt. Ende des Jahres ist Erntezeit und es wird leckeren Schlachthof-Honig geben. Vom Blütenstaub der urbanen Pflanzenwelt wie auch vom Busch, an den Pete Doherty gepinkelt hat. Möglicherweise ist der Honig damit erst ab 16 Jahren empfehlenswert.

Da Bienen weltweit bedroht sind, und ein Wegfallen ihrer ökologischen Funktion katastrophale Folgen haben würde, macht das alles auch über Honig hinaus großen Sinn. Mal ganz abgesehen davon, dass die possierlichen Tierchen grundsympathisch sind. Und nein: Die nervigen, schwarz-gelben Dinger auf dem Pflaumenkuchen sind Wespen. Bienen sind bräunlich. Kaum 20 Meter von ihren Stöcken entfernt, ist nicht mehr zu bemerken, dass die pelzigen Flugtiere überhaupt vor Ort leben. Also keine Angst vor Killerbienen. Was sie allerdings anstellen, wenn sie vom Pete-Doherty-Busch naschen, wissen wir auch nicht.

Der Herr der Bienen heißt übrigens Jens Jekewitz und hat als Poetry Slammer im Schlachthof quasi seit Anbeginn unserer Zeit zur Diversifizierung beigetragen. Seine Bienen hat er als wilden Schwarm gefangen, im Kulturpark angesiedelt und macht sozusagen da weiter, wo er als Literat aufgehört hat. Danke dafür!

Ob Bienen darüber hinaus den Mensch in seiner Hast entschleunigen und letztlich zur Völkerverständigung beitragen, wie manche aus unseren Reihen letztlich vermuteten, möchten wir dann dieser Stelle offen lassen. Eventuell standen sie bereits unter Einfluss des besagten Doherty-Honigs.

In diesem Sinne! Hummel, Hummel – Mors, Mors!

Eure Mädels vom Immen-, quatsch, Imker-, quatsch: Schlachthof.

Zurück