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Editorial März 2013

 

Wider den religiösen Zwang – für individuelle Freiheit!

Es ist nicht neu, doch gerade in den letzten Jahren verstärken sich nicht nur anderswo in der Welt, sondern auch ganz konkret und direkt hier vor unserer Haustür, Bestrebungen, erreichte Freiheitsgerade rückgängig zu machen. Die Rede ist davon, welche Definitionsmacht sich Religion im Jahr 2013 in Deutschland anmaßt. Wir sprechen über das „Hessische Feiertagsgesetz“, das bestimmt, wie sich Menschen an christlichen Feiertagen zu verhalten haben. Es verbietet z.B. jede Form von öffentlicher Tanzveranstaltung. Es greift aber weiter und ordnet unsere Grundrechte der christlichen Religion unter, wie im $13 des Gesetzes:„Das Grundrecht der Versammlungsfreiheit (Art. 8 des Grundgesetzes) wird für Versammlungen unter freiem Himmel nach Maßgabe des § 7 Abs. 1 Nr. 4, Abs. 2, des § 8 Abs. 1 Nr. 3, des § 9 und des § 12 eingeschränkt“. Trennung von Staat und Kirche? Von wegen. Das Ganze bekommt eine besonders pikante Note, wenn man sich vor Augen führt, dass dieses Gesetzt erst seit wenigen Jahren überhaupt wieder durchgesetzt wird – Jahrelang hat sich keiner drum geschehrt. Fundamentalistischer Rollback? Letzte Zuckungen eines sterbenden Riesen? Uns egal, denn eines wissen wir genau: Religion soll frei sei, Jeder und Jede nach eigenem Gutdünken. Dass aber eine Religion pauschal allen Menschen Verhaltensregeln auferlegt? Bullshit. Eine aufgeklärte, säkulare, freie und vielfältige Gesellschaft steht zu solch religiösen Zwängen in Widerspruch. Erst recht, da in Hessen bereits allein statistisch (!) 1/3 der Bevölkerung Atheisten oder Andersgläubige sind – Tendenz steigend. Wenn sich die christlichen Kirchen um ihre Mitgliedszahlen sorgen –durch Zwang zur Religion wird es nicht besser. Und eines noch zum gerne kolportieren Vorwurf, Clubs wie der Schlachthof sorgen sich doch nur um ihre Kommerz Veranstaltungen: Wir müssen eine bestimmte Anzahl an „großen“ Veranstaltungen pro Jahr machen, um den Laden am Laufen zu lassen. Geht das z.B. nicht zu Ostern, müssen wir sie an anderen Tagen nachholen. Mit der Folge, dass weniger Platz für die kleinteilige Kultur bleibt. Früher war am Gründonnerstag unser Folklore Halbzeitsfest, u.a. mit der damals noch unbekannten Band Deichkind – jetzt ist bis Samstag Mitternacht geschlossen.

In diesem Sinne:

Für eine Änderung des Hessischen Feiertagsgesetzes! Ob Tanzen oder Beten – lasst die Kirche im Dorf! Für einen säkularen Staat – und für den Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit!

Friede auf Erden.

Team Schlachthof

 

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