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Editorial März 2017

Grab’em by the pussy! Herrn Trump zum Dank ist das Themenfeld Sexismus stärker im Fokus als seit Jahren. Schauen wir uns an, welch menschenunwürdiger Unfreiheit Frauen in vielen Ländern unterworfen sind, sollte alleine das Geschlecht schon Fluchtgrund genug sein. Aber auch in Deutschland etwa galt noch bis 1997, dass eine Vergewaltigung nur „außerehelich“ stattfinden könne. Anders gesagt: Der Körper der Ehefrau hatte ihrem Gatten zur Verfügung zu stehen. Noch bis 1977 erlaubte das Bürgerliche Gesetzbuch dem Ehemann, Widerspruch dagegen einzulegen, dass seine Frau arbeiten ging. Obwohl im Grundgesetz die Gleichberechtigung von Mann und Frau festgelegt wurde. Und heute? Alles gut? Nicht wirklich.
Frauen in Spitzenposition sind selten, häusliche Gewalt alles andere als Geschichte, Karriere und Kinder kaum zu vereinbaren, Frauenkörper nach wie vor Werbeobjekte und auch der Lohn für Frauen und Männer unterscheidet sich. Laut statistischem Bundesamt haben Frauen im Schnitt einen 21% niedrigeren Lohn als Männer. Der Gender Pay Gap ist also auch in Deutschland unübersehbar. Zudem ist die aufkommende populistische Rechte in Europa eher an einem Rollback „klassischer“ Rollenmodelle interessiert. Da liegen Islamisten und „Alternative Rechte“ nicht weit auseinander, wie beide Seiten überhaupt ähnlich repressive Ideologien haben.
Und bei uns? Die Musikbranche ist eine Männerdomäne: Ob Musiker, Agenten, Geschäftsführer, die Granden der Branche, Techniker… die überwiegende Majorität sind Männer. Und auch wenn bei uns im Schlachthof das Kernteam einen höheren Frauenanteil hat als noch vor einigen Jahren, so sind auch hier die Männer deutlich in der Überzahl. Ein anderes Bild hingegen findet man an unseren Theken. Hier ist das Verhältnis ausgeglichen. In diesem Sinne bleiben also der Weltfrauentag am 8. März und der Equal Pay Day am 18. März wichtige Tage im Jahr. Auch wenn der Weg zu einer freien und gleichberechtigten Gesellschaft lang und steinig bleibt, kein Grund ihn nicht weiterzugehen.

Und weil wir schon mit The Donald angefangen haben: Auch wenn er nicht genau weiß, ob der Klimawandel nun eine Erfindung der Chinesen ist um den USA zu schaden oder einfach nur Fake News – die Gletscher schmelzen weiter, das Klima ändert sich ungebrochen, no one waits for Donald. Die Earth Hour am 25.03. (zentrale Veranstaltung am Schlachthof) weist symbolisch darauf hin, unseren „Fußabdruck“ auf diesem Planeten möglichst klein zu halten und verstärkt auf erneuerbare Ressourcen zu setzen. Dazu wird eine Stunde lang das Licht ausgemacht. Bei einem Veranstaltungsbetrieb wie dem unseren natürlich kaum machbar, wichtiger sind aber sowieso kontinuierliche Maßnahmen. Wir haben in den letzten Jahren im Schlachthof einiges unternommen und merken dies schönerweise auch an unseren Energierechnungen. Lohnt sich also gleich doppelt

Da waren sie wieder, die Gutmenschen vom Schlachthof. Einen schönen März wünschen wir euch!

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