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Editorial Mai 2017

Blümchen und Bienchen

Vor einem halben Jahr erst wurde in Hessen beschlossen, die schulische Sexualerziehung derart umzugestalten, dass nicht nur heterosexuelle Partnerschaften, sondern auch gleichgeschlechtliche Beziehungen Teil des Lehrplans sind, die Vielfalt sexueller Orientierung und Geschlechteridentitäten also selbstverständlicher Teil der Erziehung sein solle. Kinder haben in der Regel ja ohnehin kein Problem mit Vielfalt. Erwachsene dagegen teilweise ganz erheblich. Nicht zuletzt wurde die Unterrichtsreform von Protesten eben solcher Erwachsener begleitet. Und auch weiterhin formiert sich Protest im reaktionären Lager. Glücklicherweise stellen jene Erwachsenen in Deutschland eine Minderheit dar. In einer Emnid Umfrage im Frühjahr dieses Jahres sprechen sich 75% der Deutschen für eine völlige rechtliche Gleichstellung von schwulen und lesbischen Paaren im Eherecht aus.

Das war bei weitem nicht schon immer so. Auch wenn Homosexualität in Deutschland seit 1969 teilweise legalisiert ist, wurde der umstrittene Paragraph 175 des Strafgesetzbuches, der sogenannte „Schwulenparagraf“, der sexuelle Handlungen unter Männern unter Strafe stellte, erst 1994 abgeschafft.

Am 17. Mai begehen wir den Tag gegen Homophobie, den International Day Against Homo- and Transphobia (IDAHOT). Das Datum erinnert an den 17. Mai 1990, jenen Tag, an dem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschloss, Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel für Krankheiten zu streichen. Schlimm genug, dass dies erst ein Vierteljahrhundert her ist, gibt es auch heute noch Menschen in Deutschland, darunter selbst Mediziner, die Homosexuelle „heilen“ wollen.

Der 17. Mai ist ein Welttag. Auch heute noch können Homosexuelle in zehn Staaten der Erde für Ihre Sexualität mit dem Tode bestraft werden. In 50 weiteren Ländern müssen sie mit Haftstrafen rechnen. In einem Großteil der Welt ist Homosexualität weiterhin illegal – und in anderen Ländern wird sie seit einigen Jahren wieder verstärkt staatlich und gesellschaftlich verfolgt. Jüngst gab es laut Presseberichten in Tschetschenien eine Festnahmewelle gegen Homosexuelle.

Daher ist der Tag gegen Homophobie ein Aktionstag. Auch in Wiesbaden. Los geht es um 18:00 Uhr auf dem Dern‘schen Gelände. Organisiert wird der Aktionstag von Warmes Wiesbaden e.V.
Mehr dazu findet ihr unter https://www.facebook.com/events/411615602532833/ oder https://warmeswiesbaden.blogspot.de/

Die Initiative organisiert regelmäßig Events für die Szene, so zum Beispiel den CSD, der dieses Jahr am 3. Juni stattfindet.

Schon am 6. Mai lädt das „Bündnis für Akzeptanz und Vielfalt", unter dessen Namen im vergangenen Oktober über 100 Organisationen für eine diskriminierungsfreie Gesellschaft auf die Straße gingen, zwischen 10:00 Uhr und 12:00 Uhr zu einem Regenbogenfest direkt vor dem Kurhaus ein, um mit Frühschoppen, Kinderprogramm und kurzen Reden ein buntes Zeichen gegen das im Kurhaus veranstaltete Symposium rund um das Thema „Sexualpädagogik der Vielfalt – Kritik einer herrschenden Lehre” zu setzen. Mehr Infos hierzu findet ihr unter https://ihr-seid-nicht-alle.de/
Zudem steigt abends die nächste Let's Go Queer!, die Szeneparty bei uns im KESSELHAUS, die im Mai ihren 6. Geburtstag feiert.

In diesem Sinne: Gegen Diskriminierung, Sexismus, Rassismus, Antisemitismus und Homophobie!

Euer Schlachthof Team

P.S.:

Die Biergarten-Saison beginnt, daher sei hier ein Hinweis auf unsere Open Air Veranstaltungen im Mai gestattet:
An jedem ersten Samstag im Monat lädt der Flohmarkt zum Shoppen ein.
Speaking of Schoppen: Ganz besonders zu erwähnen sind die Schoppetage vom 28. April bis zum 1. Mai. Dort präsentieren vier Tage lang ausgewählte Weingüter, junge Winzer und Apfelweinkeltereien ihr Sortiment. Rund herum gibt es ein großes Rahmenprogramm mit Walking Acts, Musik und lecker Essen.

Und, logisch, unser Biergarten am 60/40 hat ohnehin täglich geöffnet.

 

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