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Editorial September 2014

Verehrte Gäste,

willkommen im September, willkommen im hoffentlich herrlichen Spätsommer. Willkommen – auch das könnte just jetzt der Fall sein, da Sie dieses schmale Bändchen in den Händen halten – bei Folklore 014! Ist das Festival – wiewohl abgespeckt in diesem Jahr, Sie haben sicher davon gehört und sind trotzdem hier –  nicht ein hervorragender Auftakt zur Septembersaison? Anlässlich derer wir uns nicht haben Lumpen lassen, sondern ein Programm auf die Beine gestellt, dass für so ziemlich Jede und Jeden das ein oder andere Schmankerln parat haben dürfte. Es beginnt mit den wahrlich legendären Pentagram am 04.09, einer der einflussreichsten Doom-Metal Bands der Welt – deren Sänger Bobby Liebling dann nur einen Tag später passender Weise auch gleich die Hauptrolle beim Schlachthof Film des Monats spielt. Geschichtsbewusst bleiben wir dann auch gleich mit Negative Approach, neben Minor Threat und Bad Brains wiederum eine der wichtigsten Bands des US-Hardcore. Auch Entombed AD (Kürzel nicht vergessen), die am 22.09. spielen, gehören in die Liga lebender Legenden, Fu Manchu wiederum sind auf dem besten Weg dahin. Jünger wird es unter anderem mit Árstídir, einer recht neuen Band aus Island, July Talk aus Kanada und Miraculous Mule, deren Songs wie field recordings aus dem amerikanischen Süden klingen. Chaingang! Mit 65daysofstatic gastieren schließlich erneut eine der großen Erneuerer des Postrocks bei uns – und eine Band, die bis heute ihre Relevanz behalten hat, was man nicht für alle Anhänger jener Spielart weitestgehend instrumentaler Musik sagen kann. Von den vielen Partys wollen wir an dieser Stelle erst gar nicht anfangen. Bitte lesen Sie selber und erscheinen Sie zahlreich. Ein letzter Hinweis sei noch gestattet auf die Lesung von Berthold Seliger, Tourneeveranstalter, Journalist, ohnehin einer der letzten kritischen Geister im Business und seit neustem auch Buchautor. „Das Geschäft mit der Musik“ stellt er heute bei uns vor und bittet zur anschließenden Diskussion. In dem Spannungsfeld zwischen Utopie und zunehmender Warenförmigkeit bewegt sich nicht zuletzt auch der Schlachthof seit nunmehr bald 20 Jahren. Einer von vielen guten Gründen, Berthold zu uns einzuladen. Es bleibt dialektisch.

In diesem Sinne entlassen wir Sie mit einem Frankfurter Gruß (≠ Frankfurter Applaus) und nutzen die Gelegenheit, endlich mal wieder ein Adorno-Zitat in diese kleinen Zeilen zu schmuggeln, es stammt aus der Aphorismensammlung Minima Moralia, die ohnehin auf keinem Nachtisch fehlen: "Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen."

Ihre Jäger, Fischer, Viehzüchter, kritischen Kritiker vom Schlachthof

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