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Editorial September 2019

Liebes Publikum,

kaum zu glauben, dass sich der Sommer bereits gen Herbst neigt, stehen wir doch gefühlt immer noch auf den Schlachthof Open Airs und wiegen uns zu den Rhythmen Bon Iver (ganz sacht), Muff Potter oder Frank Turner (weniger sacht).

Anyway. Der Sommer mag seinem meteorologischen Ende entgegensehen und wir mit ihm, doch bringt er uns erneut eine Reihe ziemlich großartiger Künstler*innen ins Haus, von denen nur wenige herauszuheben naturgemäß eine schamlose Nicklichkeit gegenüber allen anderen ist. Wir wagen dennoch den Versuch, denn wir sind begeistert wie schon lange nicht mehr, die großartige Amanda Palmer ins Capitol nach Offenbach einladen zu dürfen. Die ehemalige Frontfrau der Dresden Dolls ist mit ihrem jüngsten Album „There Will Be No Intermission“ auf Solo-Piano-Tournee. „There Will Be No Intermission“ ist dabei in einem beunruhigenden Sinne wortwörtlich zu verstehen, wenngleich die Pause zu ihrem zuletzt erschienenen Werk „Theatre Is Evil“ volle sieben Jahre andauerte. Das Leben selbst macht nämlich keine Pausen und so sehen wir Amanda Palmer heuer gewissermaßen live ihre Dämonen austreiben. Sie verhandelt wie wohl keine andere Künstlerin existenziellste und persönlichste Dinge. Ein Exorzismus, der schwer auszuhalten, aber sehr erkenntnisfördernd ist und in keinem Moment zur bloßen Nabelschau gerät. Am 13.09. ist es soweit.

Solo-Piano ist das Stichwort, um an dieser Stelle erneut auf unsere Reihe Sounds And Sights hinzuweisen, deren Ausgaben Nummer 15 bis 18 in den nächsten Monaten im Museum Wiesbaden ihrem Publikum harren. Den Anfang macht Carlos Cipa am 28.09., dessen jüngstes Album „Retronyms“ unlängst bei Warner Classics erschienen ist. Darauf vereint der Wahlmünchner seine Ausbildung als klassischer Pianist und Komponist mit seiner Liebe für das Experiment und die abstrakte Form. Am 26.10.wiederum beehrt uns zum nunmehr dritten Mal der in Berlin lebende italienische Pianist Federico Albanese mit seinem elektronisch bearbeiteten Piano, mit dem er wie kein anderer kontemporäre Klassik, Ambient und Pop ineinander webt. Zuletzt erschien sein Original-Soundtrack zu Lucy Martens Film „Twelve“ bei Neue Meister, sodass wir glücklich sind, nicht mehr von Soundtracks eines imaginären Films faseln zu müssen, sondern ganz auf dem Boden der Tatsachen bleiben können bei unserer Lobhudelei. Der 13.11. wiederum gehört Glass Museum alias Pianist Antoine Flipo und Schlagzeuger Martin Grégoire, die sowohl beim Elbjazz- als auch beim Fusion-Festival auftreten können. Wobei  - wait a minute - sie haben es sogar bereits getan. Mit Hania Rani, die neueste Bestätigung der Reihe, schließt sich am 23.11. der Sounds & Sights Konzertreigen im Museum. Wie könnte es schöner gehen, als mit atmosphärisch bis hypnotisch anmutenden Piano-Klangexperimenten der Pianistin und Komponistin. Herzlich willkommen!

Dies und vieles mehr bei uns im Haus und in anderen Häusern. 

Nun blättern Sie gefälligst weiter, hier gibt es nichts mehr zu sehen. 

Freundlichst:

Das Schlachthof Team

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