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Welcome to the future!

2020, was war das für ein elendes “Seuchenjahr”. Die begonnene Impfung lässt aber Licht am Ende des Tunnels sehen. Der Gedanke, irgendwann in der zweiten Jahreshälfte wieder mit hunderten oder gar tausenden Menschen eng an eng Konzerte oder Partys zu erleben, fühlt sich allerdings noch sehr nach Science Fiction an. Und großartig. Bis dahin halten wir noch durch, ihr bitte auch!

Aber hey, Science Fiction kennen wir ja zur Genüge aus 2020. Von der dystopischen Sorte. Gab es neben allen Desastern auch Erlebnisse, die Positives in die Zukunft tragen können? Zunächst gewiss die Erkenntnis, dass sich Routinen von Millionen Menschen binnen kurzer Zeit radikal verändert haben. Das gern genannte und oft als Abwehr gebrauchte Argument, Wandel sei auf die Schnelle nicht machbar, hat viel Überzeugungskraft verloren. Selbst gewagte Utopien erscheinen nun deutlich machbarer. We can do it! Es wird spannend sein, diese Erfahrung auf Herausforderungen wie Klimawandel, Verteilung von Wohlstand, Gleichberechtigung oder soziale Partizipation anzuwenden.
In Deutschland haben wir nach fetten Jahrzehnten eine umfassende Katastrophe erlebt. Und sind (zumeist) dank reichem Staat, halbwegs solidem wie allgemein verfügbarem Gesundheitssystem, Kurzarbeit und anderen Programmen glimpflich davongekommen. Es ist zu hoffen, dass uns diese Erfahrung im Herzen wie im Verstand sensibilisiert für die Lage (als auch deren Ursachen) von Menschen, die weit verherrendere Katastrophen von Krieg bis Hungersnot erleben müssen. Oft in einem Staat, der nicht für sondern gegen sie agiert.
Und wir wissen nun erst recht: Entlohnung von Menschen beruht hierzulande nicht auf deren Relevanz für unsere Gemeinschaft. Lasst uns dies im Sinn behalten, wenn es um höhere Löhne für diese Menschen geht.
Wir haben auch erlebt, dass eine von der Wissenschaft lang benannte potentielle Gefahr Wirklichkeit geworden ist. Das kann uns eine Lehre sein, wenn wir auf andere noch abstrakt wirkende Gefahren schauen, wie z.B. den Klimawandel oder die rasant anwachsende gesellschaftspolitische Macht von Online Giganten und Social Medias.
Von wegen Social Medias und “alternative Fakten”: Die Reaktion der Rechtspopulisten von Trump bis AfD auf Covid-19 waren erbärmlich und haben 2020 wieder bewiesen, dass diese Demagogen nichts taugen, um Probleme zu lösen. Leider sehen dies in den USA viele Menschen anders. Was uns aufzeigt, wie wichtig es ist, der Polarisierung einer Gesellschaft frühzeitig entgegen zu wirken und Wissenschaftlichkeit wie professionelle Berichterstattung zu stärken und als Basis von Debatten zu verteidigen.
Wir haben auch erlebt, wie ein enormer Digitalisierungsschub (siehe: Von wegen alles braucht immer lange) viele Arbeitsplätze (und damit unser Leben) deutlich flexibler gemacht hat. Während wir gleichzeitig erleben mussten, dass die digitale Welt unsere sozialen Bedürfnisse nicht decken kann. Eine positive Ausgestaltung beider Erkenntnisse ist vielversprechend!
2020 hat die Black Lives Matter Bewegung weit über die USA hinaus für ein rapide gewachsenes Bewusstsein über das Vorhandensein von strukturellem Rassismus gesorgt. Diese Debatte (und Konsequenzen daraus) hat hohe Relevanz auch in Deutschland. Hier müssen vor allem die durch diese Strukturen privilegierten weißen Menschen dranbleiben.

Last but not least: Der Schlachthof hat von euch enorm viel Solidarität erfahren. Und anderen zukommen lassen können. Wir haben so viel schönes Miteinander und so wenig wütendes Gegeneinander erlebt. Das ist die beflügelnste aller Erkenntnisse! Danke! Danke! Danke!

Kurzum: Selten lagen so viele Chancen und Perspektiven so gut sichtbar auf dem Tisch. 2021, es wird wie immer drauf ankommen, was wir draus machen. Welcome to the future! See you on the Dancefloor / Moshpit / Nachbarstuhl / an der Theke!

Euer Schlachthof Wiesbaden

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